Warum Omega 3-Fettsäuren so wichtig sind
- Sigrid Strieder

- 10. Okt.
- 4 Min. Lesezeit

Stell dir vor, dein Körper wäre ein fein abgestimmtes Orchester. Jeder Musiker spielt seine eigene Melodie – dein Herz, dein Gehirn, dein Immunsystem, deine Haut. Doch manchmal fehlt ein entscheidendes Instrument, das alles harmonisch zusammenhält. Genau so wirken Omega-3-Fettsäuren – sie sind die stillen Dirigenten im Hintergrund, ohne die kein Körper richtig in Balance bleibt.
Unser Omega-3-Status – ein verbreitetes Defizit
Trotz des wachsenden Bewusstseins für gesunde Ernährung ist der Omega-3-Status in der Bevölkerung alarmierend niedrig. Studien zeigen, dass über 80 % der Deutschen deutlich unter dem optimalen Bereich liegen. Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 – idealerweise etwa 3:1 – liegt bei vielen Menschen bei 15:1 oder gar 20:1.Das Problem: Ein Zuviel an Omega-6 (z. B. aus Sonnenblumen- oder Maiskeimöl) fördert Entzündungen, während Omega-3 diese hemmt. Das Ungleichgewicht wirkt damit wie ein ständiger kleiner Brand im Körper – meist unbemerkt, aber mit Folgen.
Dabei ist es ganz einfach, den eigenen Status zu überprüfen: Ein Tropfen Blut aus der Fingerbeere genügt, um den sogenannten Omega-3-Index im Labor zu bestimmen. Dieser gibt an, wie hoch der Anteil der beiden wichtigsten Fettsäuren – EPA und DHA – in den Zellmembranen ist. Ein Wert zwischen 8 und 11 % gilt als optimal, viele liegen jedoch bei 3 bis 5 %.
Was Omega-3-Fettsäuren im Körper bewirken
Omega-3-Fettsäuren sind wahre Multitalente. Sie wirken entzündungshemmend, regulieren die Zellkommunikation und schützen unsere Gefäße. Hier einige ihrer wichtigsten Wirkfelder:
1. Stille Entzündungen
EPA (Eicosapentaensäure) wirkt wie ein inneres Löschwasser bei chronisch schwelenden Entzündungen. Es bremst Botenstoffe, die Entzündungen anheizen, und sorgt so für mehr Ruhe im Gewebe – besonders im Darm, in Muskeln und Gelenken.
2. Herz und Kreislauf
Omega-3 senkt Triglyceride, wirkt leicht blutverdünnend und kann Bluthochdruck positiv beeinflussen. Herzrhythmus und Gefäßelastizität profitieren – kein Wunder also, dass Herzpatienten oft deutlich bessere Prognosen haben, wenn ihr Omega-3-Spiegel stimmt.
3. Gehirn und Psyche
DHA (Docosahexaensäure) ist ein Hauptbaustein der Nervenzellen. Sie unterstützt Konzentration, Lernfähigkeit und Stimmung. Bei depressiven Verstimmungen oder ADHS zeigen sich häufig zu niedrige Omega-3-Werte. Studien belegen, dass eine ausreichende Versorgung die psychische Stabilität fördern kann.
4. Augen und Haut
DHA ist auch für die Netzhaut unverzichtbar. Es verbessert die Sehkraft und beugt trockenen Augen vor. Die Haut wiederum profitiert durch bessere Elastizität und weniger Entzündungsneigung – besonders bei Neurodermitis oder Akne.
5. Darmgesundheit
Ein gesunder Darm braucht ein intaktes Schleimhautmilieu. Omega-3 wirkt hier als stiller Regulator, indem es Entzündungen an der Schleimhaut reduziert und die Barrierefunktion stärkt.
6. Schmerzen und Muskeln
Da viele Schmerzsignale über entzündliche Prozesse vermittelt werden, kann eine gute Omega-3-Versorgung helfen, Schmerzen zu lindern – gerade bei chronischen Beschwerden wie Arthrose oder Fibromyalgie.
7. Schwangerschaft und Stillzeit
DHA ist für die Entwicklung des kindlichen Gehirns und der Augen essenziell. Schwangere mit guter Omega-3-Versorgung fördern nachweislich die neuronale Entwicklung ihres Babys. Auch in der Stillzeit bleibt der Bedarf hoch, da Muttermilch nur so viel enthält, wie die Mutter selbst zur Verfügung hat.
Natürliche Quellen von Omega-3-Fettsäuren
Die bekanntesten Omega-3-Fettsäuren sind ALA (Alpha-Linolensäure), EPA und DHA. Während ALA vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt, sind EPA und DHA überwiegend in marinen Quellen enthalten.
Zu den pflanzlichen Lieferanten zählen:
Leinsamen und Leinöl
Chia-Samen
Hanfsamen
Walnüsse
Perilla-Öl
Algen (besonders Mikroalgen wie Schizochytrium)
Der Körper kann ALA nur begrenzt in EPA und DHA umwandeln, daher ist eine Kombination aus pflanzlicher Ernährung und gezielter Supplementierung oft sinnvoll.
Der regelmäßige Verzehr von fettreichem Fisch wie Lachs, Makrele, Hering oder Thunfisch wird häufig empfohlen – doch hier ist Vorsicht geboten: Viele Fischarten sind heute mit Schwermetallen, PCB, Dioxinen und Mikroplastik belastet. Insbesondere große Raubfische wie Thunfisch, Schwertfisch oder Heilbutt reichern diese Stoffe über die Nahrungskette stark an.Wer sich möglichst schadstoffarm ernähren möchte, greift deshalb besser zu hochwertigen, gereinigten Fisch- oder Algenölen aus geprüfter Produktion.
Woran du ein gutes Omega-3-Produkt erkennst
Die Qualität eines Omega-3-Präparates entscheidet über seine Wirkung. Leider sind viele Produkte auf dem Markt oxidiert, mit Schadstoffen belastet oder enthalten minderwertige Fettsäuren.Achte daher auf folgende Punkte:
Reinheit und Schadstofffreiheit:
Hochwertige Öle stammen aus toxinarmen Regionen (z. B. aus kontrollierter Algen- oder Wildfischzucht). Sie sollten auf Schwermetalle, PCB und Dioxine geprüft sein.
Frische und Stabilität:
Omega-3 ist empfindlich gegenüber Sauerstoff, Licht und Wärme. Gute Produkte enthalten Antioxidantien (z. B. Vitamin E), sind in dunklen Glasflaschen abgefüllt und schmecken neutral bis leicht nussig – nie fischig.
EPA-/DHA-Gehalt:
Eine Kombination aus beiden Fettsäuren ist ideal. Für eine gute Basisversorgung sollten täglich mindestens 1 000 mg EPA + DHA aufgenommen werden – individuell kann der Bedarf höher liegen.
Herstellungsverfahren:
Sanfte, kaltgepresste oder molekular destillierte Verfahren sichern die biologische Wirksamkeit.Vegetarier und Veganer greifen am besten zu Algenölen – sie liefern reines DHA und EPA ohne tierische Bestandteile.
Nachhaltigkeit:
Produkte mit MSC- oder Friend-of-the-Sea-Zertifizierung zeigen, dass Umweltaspekte berücksichtigt werden.
Fazit
Omega-3-Fettsäuren sind weit mehr als nur „Herzschutzstoffe“. Sie sind essentielle Bausteine eines gesunden, ruhigen Stoffwechsels – für Körper, Geist und Seele. Ein ausgewogener Omega-3-Status kann helfen, Entzündungen zu dämpfen, das Nervensystem zu stabilisieren, Haut und Augen zu schützen und selbst in belastenden Zeiten innerlich gelassener zu bleiben. Bei mir gehören Omega 3-Fettsäuren schon lange zu einer ausgewogenen täglichen Ernährung.
Wenn du wissen möchtest, wie dein persönlicher Omega-3-Spiegel aussieht, lohnt sich der kleine Fingerblut-Test. Er kann ein wertvoller Startpunkt sein, um deine Ernährung gezielt zu optimieren – und dich von innen heraus wieder in Balance zu bringen.
PS: In meiner Praxis kann ich dir helfen, deinen Omega-3-Status zu bestimmen und ein hochwertiges, zu dir passendes Präparat auszuwählen – abgestimmt auf deinen individuellen Bedarf und deinen Stoffwechsel.
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Wer schreibt den Blog-Artikel?
Mein Name ist Sigrid Strieder, ich bin Heilpraktikerin und ich helfe Menschen, die offen für naturheilkundliche Wege sind, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu verbessern - und das mit individuellen und ganzheitlichen Ansätzen.



